Sektion 5: Know how, show how: Kunsttechnologisches Wissen in Kunst und Kunstgeschichte
Ursula Marinelli, Innsbruck / Laura Resenberg, Innsbruck

Gegenstände des Wissens: Die „Schwarzen Mander“ in Innsbruck

Das FWF-Forschungsprojekt „Messingguss in der Renaissance: Innsbrucks Schwarze Mander“, widmet sich der Erforschung der Monumentalskulpturen des Grabdenkmales Kaiser Maximilians I. in der Hofkirche. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Marianne Mödlinger, bestehend aus Vertreter/-innen der Disziplinen Archäologie, Materialwissenschaften, Physik, Metallurgie, Restaurierung, Waffenkunde und Kunstgeschichte sowie aus der Praxis des Kunstgusses, untersucht multidisziplinär den Herstellungsprozess der Messingplastiken aus dem 16. Jahrhundert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen Auskunft geben über Handwerkstechniken der Renaissance, Werkstatttraditionen, Wissenstransfer, verwendete Materialien, sowie individuelle künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und die Interaktion zwischen Handwerkern, Künstlern und Auftraggebern.
Der Fokus dieses Beitrags ist auf künstlerische und kunsttechnologische Fragestellungen gerichtet, die von den verschiedenen Disziplinen aus untersucht und beantwortet werden. Dabei geht es um naturwissenschaftliche Untersuchungen, die auf Differenzierung der verwendeten Legierungen (Bronze, Messing, Kupfer) und Oberflächenbeschichtungen sowie Veränderungen durch Alterung, Pflegemaßnahmen und Restaurierung („Patinakrieg“) zielen. Es gilt damit auch dem künstlerischen Aspekt auf den Grund zu gehen, was die Stofflichkeit und die Materialität im Kontext der affordancy betrifft. Welche Ästhetik war intendiert bzw. war bei den Werken ursprünglich vorhanden? Auf welche Quellen kann man sich stützen? Im Beitrag geht es primär darum, mit dem show how, mit dem ‚Gemachtsein‘ der Schwarzen Mander, einen Mehrwert an Wissen nicht nur für die Forschung, sondern auch für ein breites Publikum zu generieren.
Ursula Marinelli
freiberuflich tätig
Laura Resenberg
Tiroler Landesmuseen