Bilder sind zentrale Werkzeuge wissenschaftlicher Erkenntnis und Teil der Theoriebildung. Die Sektion beleuchtet anhand aktueller Forschungsprojekte, die von Beispielen aus dem Spätmittelalter bis in die Gegenwart reichen, wie Bilder in der Wissensproduktion wirken. Ob in der Kartografie, in naturkundlichen Sammlungen, in der Darstellung geologischer Landschaften, der Astronomie oder in der Visualisierung des Klimawandels – stets stellen sich die Fragen: Wann und wie werden Bilder zu einem integralen Bestandteil wissenschaftlicher Experimente? Wer erstellt die Bilder, wer gibt sie in Auftrag? Welche Formen von Macht, Vertrauen oder Skepsis begleiten sie, auch angesichts historischer und zeitgenössischer Möglichkeiten von Bildmanipulation? Seit der Antike dienen Illustrationen der Dokumentation und Modellierung von Wissen, mit den Techniken der Druckgrafik begann die Verbreitung und Standardisierung wissenschaftlicher Darstellungen. Mit der Fotografie entstanden im 19. Jahrhundert Abbildungsverfahren, die ebenso Wissenschaftsfelder wie Astronomie und Medizin revolutionierten wie sie Kunstgeschichte und Archäologie als formbezogene Disziplinen ermöglichten, indem sie neue Objektivitätsansprüche und Dokumentationsmöglichkeiten etablierten. Heute prägen computergenerierte Visualisierungen, KI-gestützte Bildanalysen und 3D-Technologien Forschung, Lehre und die Kommunikation darüber. In dieser Sektion diskutieren wir den Wandel bildbasierter Wissenspraktiken und setzen dabei ihre historisch-epistemologischen Bedeutungen in den Fokus.