Die Sektion lotet die epistemische Dimension digitaler Verfahren und Technologien in der kunsthistorischen Praxis in ihrer historischen Entwicklung aus: Untersucht wird, wie sich die Erforschung und Vermittlung von Kunst und Bildern durch digitale Operationen der Erfassung, Analyse und (Re-)Konstruktion verändern.
In den Beiträgen wird ein breites Spektrum digitaler Wissensprozesse in der aktuellen kunsthistorischen Praxis vorgestellt und in ihren internationalen und interdisziplinären Forschungstraditionen verortet und reflektiert. Dies umfasst die Frage nach dem Potential quantitativer digitaler Verfahren für die Methodengeschichte des Faches Kunstgeschichte, die Rolle unterschiedlicher Medienformate – von der Fotografie bis hin zu bildlich-räumlichen Digitalisierungsformen in 3D – für die Transformation kunsthistorischer Wissensproduktion, aber auch die Bedeutung von Klassifikationssystemen für die epistemische Erschließung von Gegenständen der Kunstgeschichte, die mit KI-basierten Verfahren eine fundamentale Veränderung erfährt.
Die Sektion legt damit auch einen Schwerpunkt auf die Frage nach den Wissenspraktiken mithilfe von KI und die Frage, wie diese wiederum bereits etablierte digitale Wissensmodelle erweitern oder auch kritisch revidieren. Diskutiert werden soll auch, wie KI zum Verlust von Transparenz von Wissenspraktiken führt und wie sich aus kunst- und architekturhistorischer Warte eine gesellschaftliche und ethische Kritik vermeintlich immaterieller KI-Prozesse und deren Infrastrukturen formulieren lässt.
Ziel der Sektion ist es, das Verständnis einer Wissensgeschichte des Digitalen aus kunst- und bildhistorischer Perspektive zu erweitern und das Praxisfeld der digitalen Kunstgeschichte kritisch historisch zu konturieren.