Know how, show how: Kunsttechnologisches Wissen in Kunst und Kunstgeschichte

Kuratierende: Matilde Cartolari, München / Andreas Huth, Bamberg

Mit der Entstehung der Restaurierungswissenschaften im 20. Jahrhundert erlangte das Wissen über die materiellen und technischen Aspekte von Kunstwerken einen neuen epistemischen Status, indem es die bis dahin vor allem empirischen Kompetenzen in den Bereich der so genannten exakten Wissenschaften überführte. Gleichzeitig suchten auch Archäologie, Soziologie und Anthropologie sowie die traditionell ideen- und textfixierten Kunstwissenschaften neue Zugänge zum Artefakt. Mit dem Material Turn wuchs das Interesse am ‚Gemachtsein‘ von Objekten, an Verfahren und Erfahrung sowie an den Theorien von Agency und Affordancy; inzwischen hat sich international die Technical Art History etabliert. Während das Thema aus der Forschung nicht mehr wegzudenken ist, bleibt es in der Vermittlung weitgehend unsichtbar.

Uns interessieren die verschiedenen Facetten der Produktion und des Transfers von kunsttechnologischem Wissen in der Geschichte (durch Objekte, Quellen, Akteure), die Rolle der Werke und ihrer Veränderung im Laufe der Zeit sowie schließlich die Möglichkeiten, Grenzen und Herausforderungen der technischen Kunstgeschichte als Praxis und Forschungsmethode.

 

Matilde Cartolari
Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
Andreas Huth
Otto-Friedrich-Universität Bamberg