Kunsthistorisches Wissen ist in seiner Entstehung, seiner Formierung und seiner Etablierung immer Ein- und Ausgrenzungsprozessen unterworfen, die durch Organisationsstrukturen befördert werden. Der Deutsche Verband für Kunstgeschichte nimmt den in seiner Mitgliederversammlung 2024 erteilten Auftrag an, die Auseinandersetzung mit seiner Geschichte voranzutreiben, und richtet. Die Sektion setzt insofern den Workshop zum Thema in Nürnberg 2018 fort. Ziel ist, durch die historische Analyse eine Verortung der Disziplin gegenüber den Herausforderungen der Gegenwart zu leisten. Verbandsgeschichte wäre hier zu denken im Unterschied zur – aber gleichzeitig im Austausch mit – Institutionsgeschichte, Organisationsgeschichte, Fachgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und Wissensgeschichte einerseits und Zeit- und Kulturgeschichte andererseits. Neben einem Vortrag zur Verbandsgeschichte im internationalen Vergleich und einzelnen Impulsbeiträgen möchten wir in einer offenen Diskussion mit allen Anwesenden folgende Themen erörtern:
Formative Phasen des Verbandes (wie 1948/49, 1968–70 oder 1989/90); Brüche und Kontinuitäten; deutsch-deutsche Parallelen, Unterschiede, Kontakte; Auslassungen, Ausgrenzungen, Tabus und Traumata; europäische Dimensionen fachlicher Selbstvergewisserung; (infra-)strukturelle Entwicklungen der Disziplin; Berufsgruppen und berufspolitische Fragen.
Ziel dieser offenen Sektion ist die Kartierung des Gebietes mit dem längerfristigen Ziel der gemeinsamen Erarbeitung einer Geschichte des Verbandes.