wissen als Handlung

Kuratierende: Burcu Dogramaci, München / Mona Schieren, Bremen / Lisa Marei Schmidt, Berlin

Die Sektion widmet sich künstlerischem und kunstwissenschaftlichem Wissen jenseits von textlichen oder mündlichen Überlieferungen. Damit gemeint sind körperbasierte Praktiken der Produktion und Vermittlung von Wissen in historischer und zeitgenössischer Perspektive. Dieses Körperwissen kann in spirituellen oder nicht-sakralen Ritualen, performativen Aufführungen, Choreografien und gemeinschaftlichen somatischen Praktiken in Erscheinung treten. Es kann jedoch auch um das ‚Machen‘ von Kunst/Objekten, etwa kunsthandwerkliches Wissen, gehen, das gemeinsam entwickelt oder durch Nachahmung und Wiederholung erlernt und weitergegeben wird. Körperlich situiertes Wissen wird oft erst nachträglich notiert, archiviert und reproduziert und kann damit eine Transformation erfahren: von ephemeren Wissensbeständen hin zu ‚notiertem‘ Wissen. Zugleich sind körperbezogene Wissensformen häufig eng verbunden mit queeren, indigenen oder migrantischen Realitäten und können damit zu anderen Historiografien von Kunst beitragen. Die Beiträge zur Sektion in historischer und zeitgenössischer Perspektive erproben dabei mitunter auch experimentelle Vortragsformen – hin zu einem Transfer von wissen als Handlung.

 

Burcu Dogramaci
Ludwig-Maximilians-Universität München
Mona Schieren
Hochschule für Künste, Bremen
Lisa Marei Schmidt
Brücke-Museum Berlin