Fachforum Wissenschafts­geschichte der Kunst­geschichte

Foto/Medien­geschich­te und Kunst­geschich­te. Paradig­ma­tische Schwellen

Moderation: Hubert Locher, Marburg / Maria Männig, Landau

Beiträge:

  • Stephan Günzel, University of Europe for Applied Sciences Europe, Berlin
  • Katrin Heitmann, Domschatzkammer Aachen / Universität Bonn
  • Annebella Pollen, University of Brighton
  • Petra Trnková, Ústav dějin umění Akademie věd České republiky, Prag
  • Kathrin Yacavone, Philipps-Universität Marburg

In Form einer Podiumsdiskussion befasst sich das Forum mit den paradigmatischen Schwellen im Spannungsfeld von Medien- und Kunstgeschichte. Horst Bredekamps provokante These „Die Kunstgeschichte ist ein technisches Fach“ bildet den Ausgangspunkt für unsere Debatte. Besonders die Fotografie hat die akademische Kunstgeschichte maßgeblich geprägt und ihre Denkmodelle geformt. Kennerschaftliche Ansätze, vergleichendes Sehen und vergleichende Ikonografie entwickelten sich maßgeblich in Verbindung mit diesem ersten „neuen Medium“. Hatten Wechselwirkungen zwischen visuellen Artefakten und verschiedenen medialen Repräsentationsformen bereits lange vor der Ära der Fotografie existiert und waren diskursiv verhandelt worden, wurden sie seit dem Aufkommen des technischen Bildmediums und den darauf folgenden Innovationen verstärkt und kontinuierlich institutionalisiert. Dabei beeinflusste die Genese moderner Massenmedien, geprägt von transformierenden Momenten, nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch künstlerische Ausdrucksformen und die Betrachtung historischer Artefakte.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Digitalisierung, insbesondere im Zusammenhang mit der Fotografie. Diese führt nicht nur zur „Datafizierung“, sondern ermöglicht auch den Zugang zu hochwertigem Bildmaterial, mit Auswirkungen auf sich zunehmend verflüssigende Prozesse der Aneignung bzw. Verwertung. Soziale Medien, Online-Plattformen, Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen sowie digitale Rekonstruktionen bieten interaktive Rezeptionsformate und beeinflussen somit die Produktion von Wissen in entscheidender Weise.

In diesem Kontext möchten wir zu einer Auseinandersetzung über die Medialisierung von Dreidimensionalität sowie von Texturen, Materialien und Oberflächen anregen. Unsere Gäste sind renommierte Expertinnen und Experten, die ihre Positionen in kurzen Impulsvorträgen vorstellen, um anschließend in eine lebhafte Diskussion einzutreten.

 

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