Auf den Spuren Jerusalems in Nürnberg. Der Kreuzweg des Adam Krafft (inkl. Aug­men­ted-Reality-An­wen­dung)

Leitung: Ute Verstegen, Erlangen-Nürnberg

Der Ortstermin führt entlang des Nürnberger Kreuzwegs, der Ende des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und ursprünglich aus sieben Hochreliefs und einer skulpturalen Kreuzigungsgruppe des Nürnberger Bildhauers Adam Krafft (um 1460–1509) bestand. Der Kreuzweg beginnt am Stadtrand Nürnbergs und endet am Pestfriedhof von St. Johannis außerhalb der Stadt. Heute sind an den Kreuzwegstationen entlang des historischen Weges Kopien der Originalreliefs zu sehen, denn die meisten der Originalstationen wurden bereits im 19. Jahrhundert in das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg transferiert, eine letzte nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine skulpturale Gruppe, die die Grablegung Christi darstellt, befindet sich bis heute in der Holzschuherkapelle auf dem Johannisfriedhof.

Die einst farbig gefassten Nürnberger Kreuzwegstationen sind ein eindrucksvolles Beispiel für die Passionsfrömmigkeit des ausgehenden Mittelalters und ein wichtiges Zeugnis des Nürnberger Kulturerbes. Der Nürnberger Kreuzweg ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil er zum Vorbild für ähnliche Kreuzwege in der weiteren Umgebung und in Deutschland wurde, so auch für den zu Beginn des 16. Jahrhunderts angelegten Kreuzweg in Bamberg, dessen Reliefs bis heute an ihren ursprünglichen Standorten erhalten sind. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturgeographie der FAU hat der Lehrstuhl für Christliche Archäologie eine Mobile-App zum Nürnberger Kreuzweg entwickelt, die didaktisch aufbereitete multimediale Inhalte mit in einer vor Ort nutzbaren Geovisualisierung und Augmented-Reality-Elementen verbindet.

Treffpunkt: Nürnberg, auf dem Platz am Tiergärtnertor vor dem Pilatushaus, Obere Schmidgasse 66
(selbstständige Anreise ab Erlangen mit dem Zug oder der S-Bahn)

(vorherige Anmeldung erforderlich, limitierte Plätze)